KUNST, VOM LAURIN INSPIRIERT
Im Rahmen der 100-Jahr-Feier des Parkhotel Laurin entstand, im Jahre 2010, zusammen mit dem Museion das Projekt Open Space: die einheimischen Künstler Jacopo Candotti, Christian Kaufmann und Sonia Leimer wurden beauftragt, drei Kunstprojekte zu entwickeln, die sich harmonisch und wetterbeständig in den Park-Kontext einfügen. Die Konzipierung der Werke im Laurin wurde vom Bozner Künstler Stefano Bernardi in einem Video festgehalten.
Kuratorin des Projektes: Letizia Ragaglia, Direktorin des Museion.
Kuratorin des Projektes: Letizia Ragaglia, Direktorin des Museion.

SONIA LEIMER
Projekt: out here2010, Digitaldruck auf Alu-Dibond, 200x150 cm
Sonia Leimer (*1977 Meran, lebt und arbeitet in Berlin und Wien) entwirft mit Vorliebe Situationen, die subtile Zweifel am Wahrheitsgehalt und/oder an der Fiktion des Wahrgenommenen erregen. Für die Parkinstallation hat sie den Astronauten Leroy Chiao aktiv miteinbezogen. Er hat eine Postkarte mit Grüßen aus dem Weltall direkt an die Besucher des Laurin adressiert. Die Karte wird großformatig abgebildet und zeigt auf einer Seite den Weltraum und auf der anderen die Botschaft des Astronauten.
Es geht um den Blick von außen auf die Welt und um die Fähigkeit, Abstand zu den Dingen zu gewinnen, um zu umfassenderen Anschauungen vorzudringen.

JACOPO CANDOTTI
Projekt: # 52010, Holz, Kryptonit und Ölfarbe, 80x60x9 cm
Jacopo Candotti (*1982 in Bozen, wo er lebt und arbeitet) beschäftigt sich mit der Untersuchung der subtilen Grenze zwischen Realität und Schein, indem er mitunter die Vergangenheit in zeitgenössischer Ausdrucksweise wieder aufleben lässt. Wie in einer Zeitreise hat sich der Künstler selbst ins Entstehungsjahr des Hotels versetzt und sich selbst als damals Porträtierten gesehen: er hat ein imaginäres Selbstbild aus dem Jahr 1910 erstellen lassen.
Candotti möchte, dass der Betrachter die eigene Vorstellungskraft bemüht, um den in der Kunstszene so wichtigen Echtheitsbegriff der verfremdenden Materialien seines Porträts zu überdenken.

CHRISTIAN KAUFMANN
Projekt: hautnah2010, Mixed Media, 220x220x10 cm
Christian Kaufmann (*1986 Bozen, lebt und arbeitet in Margreid und Wien) arbeitet mit konkreten und konzeptuellen „Verschiebungen“ von Gegenständen, mit denen der Betrachter interagieren soll. Im Park des Laurin wurde eine „Glovebox“ angebracht, eine Kammer mit konditionierter Atmosphäre, wie man sie gewöhnlich in Forschungslaboratorien findet.
Die kaum wahrnehmbare Glas-Grenze, an der der Handschuh befestigt ist, bezeichnet die symbolische Grenzlinie zwischen Bewusstwerdung und Gleichgültigkeit, Sehen und Nicht-Sehen-Wollen in Anbetracht aktueller Problematiken der letzen 100 Jahre wie Klimawandel und Veränderung der Atmosphäre.

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